Studien zur Anthroposophie

Michael Muschalle


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Michael Muschalle

Zum Wirklichkeitsbegriff Rudolf Steiners

(Stand 27.07.05)

Kapitel 3

Erkenntnistheoretischer, erkenntnis-struktureller und universeller Schaffensaspekt der Wirklichkeitserzeugung.

Wenn Steiner vom "Erzeugen der Wirklichkeit" spricht, so geht es ihm zum einen um die schon erwähnte Grundsatzaussage von der Erkenntnisabhängigkeit unseres Wirklichkeitsbildes. Der Steinersche "Relativismus", das heißt die Auffassung; "welche annimmt daß wir alle Dinge in dem Lichte sehen, das ihnen vom Menschen selbst verliehen wird."19, ist Ausdruck dieser fundamentalen Sachlage und wir hätten damit eine erste, freilich noch sehr unvollständige Sinnebene des Verständnisses erreicht. Aber in der Wendung vom "Erzeugen der Wirklichkeit" ist bei Steiner wesentlich mehr enthalten: in sie sind zugleich eingewoben eine erkenntnisstrukturelle und einige ontologische Annahmen, die dem Ausdruck vom "Schaffen der Wirklichkeit" eine sehr spezifische Bedeutung verleihen, so daß der Schaffensaspekt noch auf zwei weiteren Sinnebenen darin aufgehoben ist. Möglicherweise ist die Verschiedenheit dieser drei Sinnebenen und die Verquickung von ontologischen, erkenntnisstrukturellen und systematisch-erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten mit ein Anlaß für auftretende Verständnisschwierigkeiten. Deswegen hier zunächst ein etwas schematischer Überblick über einige relevante Zusammenhänge.

- Wir könnten zunächst den aus der relativistischen Grundannahme resultierenden Schaffensaspekt den basalen erkenntnistheoretischen Schaffensapekt nennen. Dieser besagt soviel wie: unsere Auffassung der Wirklichkeit ist geprägt von unserer spezifischen Art zu erkennen. Und alles, was wir Wirklichkeit nennen hat seinen Weg durch unser Erkenntnisvermögen genommen. Anders geht es gar nicht. In diesem epistemischen Sinne ist Wirklichkeit als Erkenntnis-Wirklichkeit - um Werner Firgaus Wunsch nach einer terminologischen Unterscheidung nachzukommen - von uns geschaffen. Dieser grundlegende erkenntnistheoretische Schaffensaspekt behauptet demnach lediglich etwas über den elementaren Sachverhalt und muß noch keine Annahmen darüber implizieren, was das Erkennen seinem Wesen nach ist. Und er muß auch noch nichts näheres enthalten über die Beziehung von Erkenntnis-Wirklichkeit und einer gegebenenfalls anzunehmenden «echten» Wirklichkeit. Neben diesem basalen Schaffensaspekt ergeben sich zwei weitere, die wir als erkenntnis-struturellen und universellen Schaffensaspekt bezeichnen könnten.

Der Steinersche Grundgedanke - gewissermaßen ein methodologischer Kerngedanke - hinsichtlich der Art und Weise «wie» im Erkennen Wirklichkeit entsteht lautet: Erkenntnis-Wirklichkeit entsteht durch die produktive Synthese von Wahrnehmung und Begriff, das heißt auf dem Wege einer Zusammenfügung von Wahrnehmlichem und Ideellem und nicht etwa durch eine wie immer gedachte Abbildung oder abbildlich zu nehmende Transformation klassisch-sinnlicher Gegebenheiten, beispielsweise auf dem Wege einer Zusammenfassung in Gruppen, der Abstraktion gleicher Merkmale usf..20 Diese produktive Synthese könnte man den erkenntnis-strukturellen Schaffensaspekt nennen und zwar deswegen, weil er sich aus der Frage ergibt: "Was ist Erkenntnis?" Als Antwort auf diese Was-Frage erhalten wir Auskunft über die Grundstruktur 21 des Erkennens, welche in eben dieser produktiven Synthese von Wahrnehmung und Begriff im Erkenntnisakt besteht. 22 Und diesem strukturellen Grundmuster der produktiven Synthese folgt nach Steiner jeder speziellere Typ von Erkennen, sei er exoterisch oder esoterisch. 23 Im Sinne dieser Grundstuktur schaffen wir Erkenntnis-Wirklichkeit in einem aktiven Aufbauprozeß dergestalt, daß wir Wahrnehmliches mit Begrifflichem durchsetzen, so daß wir von einer Erzeugung nicht nur im metaphorisch Ungefähren und en passant sprechen können, sondern im engeren Sinne des Wortes, denn wir beziehen uns mit dem Terminus auf die nunmehr bekannten Bestandteile eines aktiven Aufbauprozesses.

- Eine noch tiefere und stabilere Ebene des Verständnisses ergibt sich aus einer impliziten ontologischen Aussage, die da lautet: die ideellen Entitäten (Begriffe), welche die eine substantielle Hälfte dieser produktiven Synthese darstellen, gehören zur Gesamtwirklichkeit notwendig hinzu: "Die Gedanken gehören zur Wirklichkeit des Sinnlich-Angeschauten; nur daß sich, was im Sinnensein Gedanke ist, nicht draußen an diesem, sondern drinnen im Menschen zur Erscheinung bringt. Aber Gedanke und Sinneswahrnehmung sind ein Sein. Indem der Mensch sinnlich anschauend in der Welt auftritt, sondert er von der Wirklichkeit den Gedanken ab; dieser erscheint aber nur an einer anderen Stelle: im Seelen-Innern. Die Trennung von Wahrnehmung und Gedanke hat für die objektive Welt gar keine Bedeutung; sie tritt nur auf, weil der Mensch sich mitten in das Dasein hineinstellt. Für ihn entsteht dadurch der Schein, als ob Gedanke und Sinneswahrnehmung eine Zweiheit seien." 24

Die im Menscheninnern erscheinenden Gedanken oder Begriffe sind für Steiner weder denkökonomische Schemata oder Konventionen noch evolutionsbiologische Regelmechanismen ohne ontologische Relevanz, die lediglich unsere Orientierung in einer an sich bestehenden aber dem Erkennen unzugänglichen Wirklichkeit zweckmäßig steuern oder unser biologisches Überleben sichern. Sie sind weder geistige Abbilder - quasi Photografien - von außerhalb des Geistes gelegenen Gegenständen, 25 noch sonst irgendwie der Sinneswahrnehmung entnommen. Und sie sind ebensowenig unsere subjektiven Erzeugnisse wie es die sinnlichen Wahrnehmungen sind. Sie sind vielmehr von uns unabhängige Bestandteile der Gesamtwirklichkeit, die wir auf analoge Weise mit unserem Denken "wahrnehmen" 26 wie wir sinnliche Gegebenheiten wahrnehmen. Damit wird der Erkenntnisvorgang zur produktiven Synthese verschiedener «Sinneseindrücke», nämlich leiblicher und geistiger. Erkenntnis-Wirklichkeit ist damit das Resultat eines "Rekompositionsprozesses" - um diesen Witzenmannschen Terminus zu gebrauchen. 27 In der Gesamtwirklichkeit gibt es keine Trennung von Wahrnehmlichem und Begrifflichem, sondern beides bildet eine Einheit. Die eigentümliche Organisation des Menschen zerlegt diese Einheit in die verschiedenen Modalitäten seiner leiblichen und geistigen Sinne und der Mensch fügt sie im Erkennen wieder zusammen. Das Erschaffen der Wirklichkeit im Erkennen ist damit das aktive Wieder-Herstellen einer bestehenden, aber für den Menschen fragmentierten Totalität: "Ein Ding erklären, verständlich machen heißt nichts anderes, als es in den Zusammenhang hinein versetzen, aus dem es durch die oben geschilderte Einrichtung unserer Organisation herausgerissen ist." 28

- Die zweite implizite ontologische Aussage lautet: die Erkenntnistätigkeit des Menschen ist - abgesehen von der produktiven Synthesis des Zusammenfügens von Wahrnehmung und Begriff (dem erkenntnis-strukturellen Schaffensaspekt) - noch ein Schöpfungsvorgang in einem umfassenderen Sinne und als solcher eingebettet in eine universelle Gesamtschöpfung (universeller Schaffensaspekt). Was wir im Erkennen vollbringen ist selbst auch ein Wirklichkeitsgeschehen und steht im Zusammenhang mit allen weiteren Geschehnissen der Gesamtwirklichkeit. Die Gesamtschöpfung wird durch das menschliche Erkennen zum Abschluß gebracht - das Erkennen hat eine Bedeutung innerhalb dieser Gesamtwirklichkeit und für diese: "Der Mensch schafft an dieser Welt-Wirklichkeit mit, indem er erkennt. Und wenn eine Pflanzenwurzel nicht denkbar ist ohne die Vollendung ihrer Anlagen in der Frucht, so ist nicht etwa nur der Mensch, sondern die Welt nicht abgeschlossen, ohne daß erkannt wird." 29 Oder wie Steiner an anderer Stelle anmerkt: "Im Erkennen erfahren wir, welches die ideellen Bedingungen der Sinneserfahrung sind; wir bringen die Ideenwelt, die in der Wirklichkeit schon liegt, zum Vorschein; wir schließen also den Weltprozess in der Hinsicht ab, daß wir den Produzenten, der ewig die Produkte hervorgehen läßt, aber ohne unser Denken ewig in ihnen verborgen bliebe, zur Erscheinung rufen." 30 Diese zweite Anschauung vom universellen Schöpfungscharakter des menschlichen Erkennens sollte nicht mit der erkenntnis-strukturellen Produktivität verwechselt werden. Man kann sehr wohl - wie das Beispiel Kants zeigt - die Ansicht vom produktiven Charakter des Erkennens vertreten, ohne ihm im gleichen Augenblick diesen universellen Gehalt beizulegen.

Man könnte unter Umständen meinen, die Thematisierung dieses dritten, universellen Schaffensaspektes sei eigentlich keine Angelegenheit einer Erkenntnistheorie, sondern gehöre eher in eine Metaphysik respektive in ein anthroposophisches oder religionsphilosophisches Werk. Nun, diese Steinersche Auffassung ist sicherlich goetheanistisch bzw. Ausdruck seines erkenntnistheoretischen Monismus, wie aus der "Philosophie der Freiheit" deutlich hervorgeht. 31 Aber sie ist auch fundamental für die Errichtung einer erkenntnistheoretischen Basis - nicht im Sinne einer positiven erkenntnistheoretischen Voraussetzung, denn das ist für Steiner ein ungangbarer Weg. Aber insofern, als allen dualistischen und sonstigen Voraussetzungen eine Absage erteilt und auf die Grundelemente des Erkennens zurückgegangen wird. Erst wenn es wirklich gelingt, allem Gegebenen gegenüber einen neutralen Standpunkt einzunehmen, zeigt sich die wahre Natur der sogenannten Wirklichkeit und zeigt sich der realitätshaltige und realitätsschaffende Charakter des Erkennens. Es gibt aus der Steinerschen Sicht nicht den geringsten Anlaß, das menschliche Erkenntnisgeschehen aus dem Gesamtkomplex des erkenntnistheoretisch Erfahrbaren herauszunehmen, ihm einen Sonderstatus zuzuweisen und die menschliche Subjektivität a priori einer wie auch immer zu denkenden Wirklichkeit polar gegenüberzustellen. Was "da draußen" wirkt ist dasselbe wie das, was in mir wirkt, heißt es sinngemäß in den programmatischen Überlegungen im 2. Kapitel der "Philosophie der Freiheit" und deswegen kann das, was ich als Innerstes und Wesentlichstes in mir finde, nicht wesensverschieden sein von dem da draußen: "So wahr es ist, daß wir uns der Natur entfremdet haben, so wahr ist es, daß wir fühlen: wir sind in ihr und gehören zu ihr. Es kann nur ihr eigenes Wirken sein, das auch in uns lebt. Wir müssen den Weg zu ihr zurück wieder finden. Eine einfache Überlegung kann uns diesen Weg weisen. Wir haben uns zwar losgerissen von der Natur; aber wir müssen doch etwas mit herübergenommen haben in unser eigenes Wesen. Dieses Naturwesen in uns müssen wir aufsuchen, dann werden wir den Zusammenhang auch wieder finden. Das versäumt der Dualismus. Er hält das menschliche Innere für ein der Natur ganz fremdes Geistwesen und sucht dieses an die Natur anzukoppeln. Kein Wunder, daß er das Bindeglied nicht finden kann. Wir können die Natur außer uns nur finden, wenn wir sie in uns erst kennen. Das ihr Gleiche in unserem eigenen Innern wird uns der Führer sein. Damit ist uns unsere Bahn vorgezeichnet. Wir wollen keine Spekulationen anstellen über die Wechselwirkung von Natur und Geist. Wir wollen aber hinuntersteigen in die Tiefen unseres eigenen Wesens, um da jene Elemente zu finden, die wir herübergerettet haben bei unserer Flucht aus der Natur." 32

Den von Steiner erwähnten Führer finden wir dargestellt im dritten Kapitel der "Philosophie der Freiheit". Was uns dort begegnet, ist der einzige Punkt, wo Naturwirksamkeit überhaupt für den Menschen direkt und sicher greifbar und zum Ausgangspunkt aller weiteren erkenntnistheoretischen Betrachtungen wird. Im reinen Denken haben wir das einzige Naturgeschehen vor uns, das wir ganz sicher und unmittelbar in seiner Gesetzmäßigkeit durchschauen können - deswegen wird es zum Archimedischen Hebel der Weltauffassung und zwar sowohl für eine exoterische wie für die okkulte.

Wenn also der Mensch denkt und erkennt, so ist dies auch ein schöpferisches Naturereignis und nicht nur private Beschäftigung von lediglich subjektiver Relevanz. Und wenn der Mensch im Erkenntnisprozeß die Prinzipien der Naturwirksamkeit anschaut, so schaut auch die Natur selbst das in ihr Wirkende an. "Die Wissenschaft", schreibt Steiner, "... hat ... eine weltbedeutsame Rolle. Sie ist der Abschluß des Schöpfungswerkes. Es ist die Auseinandersetzung der Natur mit sich selbst, die sich im Bewußtsein des Menschen abspielt. Das Denken ist das letzte Glied in der Reihenfolge der Prozesse, die die Natur bilden." 33 Und noch plastischer in seinem Lebensgang: "Es lebte in meinem ganzen Seelenwesen die Begeisterung für dasjenige, was ich später «wirklichkeitsgemäße Erkenntnis» nannte. Und namentlich war mir klar, daß der Mensch mit einer solchen «wirklichkeitsgemäßen Erkenntnis» nicht in irgendeiner Weltecke stehen könne, während sich außer ihm das Sein und Werden abspielt. Erkenntnis wurde mir dasjenige, was nicht allein zum Menschen, sondern zu dem Sein und Werden der Welt gehört. Wie Wurzel und Stamm eines Baumes nichts Vollendetes sind, wenn sie nicht in die Blüte sich hinein-leben, so sind Sein und Werden der Welt nichts wahrhaft Bestehendes, wenn sie nicht zum Inhalt der Erkenntnis weiterleben. Auf diese Einsicht blickend, wiederholte ich bei jeder Gelegenheit, bei der es angebracht war: der Mensch ist nicht das Wesen, das für sich den Inhalt der Erkenntnis schafft, sondern er gibt mit seiner Seele den Schauplatz her, auf dem die Welt ihr Dasein und Werden zum Teil erst erlebt. Gäbe es nicht Erkenntnis, die Welt bliebe unvollendet.

In solchem erkennenden Einleben in die Wirklichkeit der Welt fand ich immer mehr die Möglichkeit, dem Wesen der menschlichen Erkenntnis einen Schutz zu schaffen gegen die Ansicht, als ob der Mensch in dieser Erkenntnis ein Abbild oder dergleichen der Welt schaffe. Zum Mitschöpfer an der Welt selbst wurde er für meine Idee des Erkennens, nicht zum Nachschaffer von etwas, das auch aus der Welt wegbleiben könnte, ohne daß diese unvollendet wäre." 34

Es findet im Erkennen tatsächlich eine Transformation des Naturgeschehens auf eine höhere Stufe statt, ein Schöpfungsprozeß im echten Sinne des Wortes.

Wie wir also sehen hat für Steiner die Frage der Wirklichkeitserzeugung neben der erkenntnistheoretischen noch zwei schöpferische Dimensionen im engeren Sinne, deren eine auf sein spezifisches Verständnis von Erkenntnis zurückgeht, während die andere unmittelbarer Ausdruck eines an Goethe angelehnten weltanschaulichen Monismus ist, so daß wir von insgesamt drei Erzeugungsaspekten des Erkennens ausgehen können. Zum einen entsteht "Wirklichkeit" für uns immer als Erkenntnis-Wirklichkeit, wird also gleichsam als solche von uns geschaffen (erkenntnistheoretischer Schaffensaspekt), wobei sich das Schaffen auf den zweiten Blick als ein Nachschaffen herausstellt, um den Gedankengang Werner Firgaus aufzugreifen. Daneben wird nach Steiners Auffassung Erkenntnis-Wirklichkeit produktiv erzeugt durch die Synthese von Wahrnehmung und Begriff im Erkenntnisakt. In diesem Fall ist uns die Prozeßdimension wichtig und wir fragen uns: wie machen wir das eigentlich, wenn wir die Erkenntnis-Wirklichkeit erzeugen? Nach Steiner vereinigen wir dazu die "halbe Wirklichkeit" der Wahrnehmung mit der anderen Hälfte, den Begriffen, und infolge dieser Synthese entsteht Erkenntnis-Wirklichkeit (erkenntnis-struktureller Schaffensaspekt). Diese Erzeugung von Erkenntnis-Wirklichkeit hat insofern auch eine ontologische Dimension, als das Erkennen ja seinerseits ein Wirklichkeitsgeschehen ist und damit tatsächlich ein realer Schöpfungsprozeß vollzogen wird, der zu dem bis dahin Vorhandenen etwas wirklich Neues hinzubringt. Auf dem Erkenntnisgebiete erzeuge ich ganz analog wie im künstlerischen Prozeß ein bis dahin nicht vorhandenes Seiendes. Das Schaffen dieses neuen Gebietes oder Seienden ist gleichbedeutend mit der "Offenbarung des wirklichen Seins", ohne welches nach Steiner der Gesamtschöpfungsprozeß nicht abgeschlossen ist: "Die Aufgabe der Erkenntnis ist nicht: etwas schon anderwärts Vorhandenes in begrifflicher Form zu wiederholen, sondern die: ein ganz neues Gebiet zu schaffen, das mit der sinnenfällig gegebenen Welt zusammen erst die volle Wirklichkeit ergibt. Damit ist die höchste Tätigkeit des Menschen, sein geistiges Schaffen, organisch dem allgemeinen Weltgeschehen eingegliedert. Ohne diese Tätigkeit wäre das Weltgeschehen gar nicht als in sich abgeschlossene Ganzheit zu denken.." 35 Die Rekomposition der Totalität ist nicht blinde Rekonstruktion eines bereits Vorhandenen sondern erhält seinen Wert durch die Sichtbarmachung der die Totalität beherrschenden Prinzipien. Das Seiende erfährt durch meine Erkenntnisarbeit einen neuen qualitativen Einschlag und wird auf ein höheres Niveau gebracht, das darin besteht, daß die Prinzipien, nach denen das Seiende existiert, jetzt nicht mehr nur sind, sondern auch angeschaut werden können (universeller Schaffensaspekt).

Ende Kapitel 3


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